Der heutige Artikel baut auf dem letzten auf. Es geht um unglückliche Beziehungen, ein Thema mit dem wahrscheinlich schon VIELE von uns Berührungspunkte haben.

Um das heutige Thema für dich nutzen zu können, musst du allerdings nicht mit einem Narzissten oder Psychopathen zusammen sein. Du kannst diesen Artikel auch für dich nutzen, wenn du generell unglücklich in deiner Beziehung bist und es trotzdem nicht schaffst, dich zu lösen. Auch wenn du das Gefühl hast, zu viel mit dir machen zu lassen.

Ich möchte hier vor allem durchleuchten, wieso du so viel tolerierst und dir Dinge gefallen lässt, die dich eigentlich fertig machen. Du wirst verstehen, warum du dich überhaupt in einer Beziehung befindest, die dich nicht glücklich macht. Auch wirst du besser nachvollziehen können, wieso auch hier wieder ein direkter Zusammenhang besteht mit dem Thema Essen und Körper. Nicht selten habe ich Frauen bei Soulfood dabei, die hiermit konfrontiert sind.

Wie ich es jahrelang in einer toxischen Beziehung aushielt und leiden musste

Im letzten Artikel habe ich bereits erzählt, dass ich mich selbst über eine längere Zeit in einer toxischen Beziehung befand. Genau gesagt waren es 2 ganze Jahre. Natürlich war es keine konstante, feste Beziehung, sondern eher eine ON-OFF Beziehung, wie so viele andere toxische Beziehungen auch. Eigentlich waren wir sogar erst drei Monate zusammen, als ich mich das erste Mal von ihm trennte. Ich merkte schnell, wie er mir meine Lebensfreude und meine ganze Energie nahm. Ich war ständig in Diskussionen verstrickt und hatte das Gefühl, nicht mehr atmen zu können.

Ein Hauptgrund dafür war seine unglaubliche Eifersucht. Doch auch da fing ich schon an sein Verhalten zu rechtfertigen. Auf der einen Seite nahm es mir meinen inneren Frieden, auf der anderen Seite gab es mir das Gefühl, dass er mich so sehr liebt und er Angst hat, mich zu verlieren. So oft rechtfertigte ich sein Verhalten und wollte ihm einfach nur beweisen, dass er mir vertrauen kann.

Wir hatten schlimme Tiefs, gefolgt von absoluten Gefühlshöhen

Wir kamen also relativ schnell wieder zusammen und das Drama wurde immer schlimmer und größer. Tägliche Diskussionen, gefolgt von Vorwürfen und schlimmen Streitigkeiten wechselten sich ab mit Momenten des Vertragens und absoluten Gefühlshöhen. Denn je tiefer und trauriger die Emotionen der Verzweiflung, Sehnsucht und Trauer sind, desto höher und schöner wird auch der Moment, in dem man sich wieder versöhnt. Ich ließ in dieser Beziehung unfassbar viel mit mir machen, dass es für einen Außenstehenden absolut nicht nachvollziehbar war. Ich verlor in der Zeit meine komplette Lebensfreude und versucht alles um diese Beziehung stabil zu bekommen.

Dafür bekam ich allerdings keinen Dank, sondern nur viele weitere Vorwürfe und Erwartungen. Zusätzlich dazu, ging er mir fremd – was ich natürlich erst sehr viel später erfuhr. Und selbst nachdem er für mich gekämpft hat, weinte, mich anflehte und ich ihm aus meiner emotionalen Not heraus vergeben musste, gab er mir zu verstehen, dass es MEINE Schuld war. Ich würde zu viel arbeiten, ihm zu wenig Aufmerksamkeit schenken – er konnte gar nicht anders. All das machte ich ganze zwei Jahre lang mit und nahm mir tatsächlich all diese Themen an. Ich hoffte einfach so sehr, dass er irgendwann erkennen würde, dass ich treu bin und ihn liebe. Auch hatte ich die Hoffnung, die Beziehung zu stabilisieren und endlich mein Happy End zu bekommen. Das kam natürlich niemals, da es vollkommen unmöglich war.

Warum nicht? Lese dir dazu gerne nochmal den letzten Artikel durch.

Ich versuchte die perfekte Freundin zu sein

Das verrückte an der Sache war, dass ich die Themen fast immer auf mich projizierte und mir selbst viele Vorwürfe machte. Ich versuchte die perfekte Freundin zu sein denn das, was er besonders gut konnte war MANIPULIEREN. Und so machte ich 2 Jahre lang die Hölle mit und kam trotzdem einfach nicht von ihm los.

Was sagt das ganze über mich aus?

Wenn wir uns in einer unglücklichen Beziehung befinden, machen wir uns oft Gedanken darüber wieso der Partner sich so verhält, wieso er nicht so ist, wie wir ihn uns wünschen. Wir fragen uns, wieso er das und dies nicht macht und wieso er uns das antut…

Die verschiedenen Stadien des Bewusstseins

Es gibt in dem Prozess der toxischen Beziehung verschieden Stadien des eigenen Bewusstseins. Im ersten Stadium passiert es häufig, dass wir in eine Opferrolle fallen und uns die ganze Zeit fragen, wieso unser Partner uns so schlecht behandelt und wieso er so sein kann. Hier fallen wir oft in ein Loch aus Trauer, Frust, Verzweiflung und Wut.

Im zweiten Stadium projizieren wir sein Verhalten oft auf uns selbst. Wir fragen uns, was WIR falsch gemacht haben. Wir beziehen sein Verhalten auf unseren eigenen Selbstwert und versuchen liebevoller, schöner, besser zu werden. Unbewusst denken wir oft, dass wir dann liebenswerter und wertvoller sind – und vor allem, mehr geliebt werden. Wenn ich heute daran zurückdenke, habe ich in dieser Zeit besonders viel Sport gemacht, mir lauter Make-up Tutorials auf Youtube angeguckt und versucht mich so nach zu schminken, bin mehr shoppen gegangen als üblich und habe versucht ihm auch mit meinem Verhalten gerecht zu werden. Natürlich war mir das damals nicht bewusst und ich habe diese Gedanken oft nicht mal richtig wahrgenommen. Ich dachte oft nicht mal bewusst, dass ich nicht gut genug bin. Vieles davon geschah in meinem Unterbewusstsein.

Im dritten Stadium fangen wir oft an zu erkennen, dass sein Verhalten gar nicht auf unserem Mangel beruht, sondern, dass ER ein Problem hat. Ich habe mich in der Zeit zum Beispiel oft und lange damit beschäftigt, wie ich ihm helfen könnte, was psychologisch bei ihm los war, was er für Seelenwunden hatte und wieso er so gebrochen ist. Aber vor allem wollte ich herausfinden, wie ich ihm seine Schmerzen nehmen konnte und ihm bei seiner Heilung zu helfen. In dieser Phase habe ich mich sehr lange aufgehalten. Es hat nämlich vor allem zu einem geführt – Ich habe mich nicht mit MIR beschäftigt. Ich habe mich von mir abgelenkt und war gedanklich nur bei IHM. Erst im vierten Stadium habe ich angefangen den Blick auf MICH zu richten. Erst dann kamen mir so richtig deutlich die Fragen in den Kopf:

Was sagt das ganze über mich aus?

Da wurde mir bewusst, dass es gar nicht um ihn geht und auch nicht darum, wieso er so handelt oder was er für Seelenthemen hat. Mir wurde bewusst, dass es allein um MICH ging. Wieso lasse ich all das mit mir machen? Wieso habe ich diesen Mann überhaupt angezogen und was sagt das über meine Seelenthemen aus?

Und da wurde mir plötzlich meine Aufgabe in all dem bewusst. Ich sollte nicht ihn retten, sondern MICH. Ich sollte endlich lernen mir selbst so viel Wert zu schenken, um zu sehen, dass ich so nicht mit mir umgehen lasse. Ich sollte lernen für mich einzustehen und mich bewusst FÜR MICH entscheiden. Ich verstand zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau WIESO ich all das mit mir machen lassen. Auch nachdem mir bewusst wurde, was meine Aufgabe in all dem war, konnte ich immer noch nicht loslassen. Ich verstand nicht, wieso das so schwer war obwohl ich doch wusste, dass er mir nicht guttat (noch ganz milde ausgedrückt). Ich ließ mich von ihm zerstören und jeden Funken Lebensfreude aussaugen.

Wieso konnte ich nicht loslassen?

Es hat eine Weile gedauert bis ich mir wirklich eingestand, dass ich emotional abhängig war. Wer in einer Beziehung bleibt, die einen kaputt macht, geht bereits mit einem emotionalen Soll in diese Beziehung. Wir fallen in diese emotionale Abhängigkeit, wenn wir selbst einen emotionalen Mangel haben. Diesen Mangel haben wir nur, wenn wir uns dieses innere Loch nicht selbst mit Liebe füllen. Immer dann, wenn wir uns die Liebe nicht selbst geben, haben wir ein Mangelgefühl und eine tiefe Sehnsucht in uns, die sich nach Liebe sehnt.

Diese Sehnsucht ist oft SO stark, weil wir bis zu diesem Punkt noch nie gelernt haben, uns diese Liebe selbst zu schenken und uns selbst noch nicht wirklich akzeptiert haben. So lange das passiert, sind wir auf Andere angewiesen. Irgendjemand muss uns diese Liebe geben. Wir alle brauchen Liebe und wenn da keine Liebe ist, haben wir das Gefühl innerlich zu sterben. Das ist auch der Grund wieso so viele Menschen Probleme haben, alleine zu sein und oft von einer Beziehung in die nächste hüpfen. Oder auch von einer Affäre in die nächste hüpfen. Ist dir schonmal aufgefallen, wie viele Frauen sich die ganze Zeit mit irgendwelchen Männern beschäftigen. Sie fragen sich, wieso er sich so verhält, wieso er sich nicht meldet oder was er falsch macht. Meistens daten sie einen Typen nach dem anderen.

Wir haben verlernt uns selbst die Liebe zu schenken

Jetzt verstehst du vielleicht, dass das alles nicht normal ist. Es ist nicht normal, wie unsere heutige Gesellschaft aufgebaut ist. Und doch tut es jeder, was eigentlich nur zeigt, wie KAPUTT unsere Gesellschaft ist. Denn wir haben verlernt, uns selbst zu lieben. Wir laufen alle mit diesem großen emotionalen Loch rum, das gefüttert werden möchte. Und dann kommt da plötzlich jemand, bei dem wir das Gefühl haben, dass er diesen Mangel füllt. Das kann ein toxischer Partner besonders gut, denn er ist ein Meister darin, uns das Gefühl zu geben, wertvoll und besonders zu sein. Lese dir dazu gerne auch nochmal den letzten Artikel durch. Und plötzlich schließt er genau diese Lücke. Wir bekommen plötzlich das, was wir unterbewusst oder auch bewusst die ganze Zeit über suchen. Doch das gibt er uns nie durchgehend, sondern er entzieht es uns immer wieder. Und je nachdem wie stark und tief unsere Sehnsucht ist, versuchen wir dann ALLES um dieses Gefühl zurück zu bekommen.

Eigentlich nur weil wir uns selbst nicht lieben. Weil wir uns so sehr danach sehen und uns selbst so fremd sind. Und schon befinden wir uns in einer emotionalen Abhängigkeit, aus der wir uns so schnell nicht mehr befreien können, solange wir nicht an dem Ursprung arbeiten. Es ist das gleiche Thema wie mit dem Essen und unserem Körper. Wir suchen im Außen und hoffen so sehr, dass sich im Außen endlich was ändert, damit wir glücklich sein können. Doch der Ursprung ist die fehlende Arbeit mit uns selber.

Ich begann mich um MICH selbst zu kümmern

Plötzlich wurde mir all das bewusst und ich wusste, dass ich diesen Punkt nie erreichen werde, an dem ich diesen Mangel selbst gefüllt haben werde, solange ich mich weiterhin in dieser unglücklichen Beziehung befand. Dies war auch der Punkt, an dem ich mich für MICH entschied. Ich wusste: Ich kann NUR glücklich werden, wenn ich tief in diesen Schmerz reingehe und daraus wachse. Ich musste aufhören, diesen Schmerz zu verdrängen, indem ich zum Beispiel schon wieder einen neuen Mann kennen lernte. Denn so würde ich NIEMALS eine echte Beziehung zu mir selbst aufbauen.

Es ist so viel los in uns. Wir reden uns ein, dass wir nie wieder einen so „tollen“ Mann finden, der uns so sehr liebt, dass wir alleine nichts hinbekommen, dass wir nichts schaffen und noch vieles mehr. Wir und unser Schutzsystem erfinden 1000 Ausreden, um diesen Schmerz nicht fühlen zu müssen. Und doch ist dieser Weg der EINZIGE Weg. Diesen Schmerz zuzulassen, dadurch zu gehen und ihn anzunehmen ist eine Königsaufgabe. Nach der Beziehung hatte ich ganze vier Monate das Gefühl innerlich zu sterben. Ich möchte dir nichts vormachen. Die Zeit wird nicht leicht sein. Ich habe oft nicht schlafen können vor Sehnsucht. Doch auch hier habe ich verstanden, dass die Sehnsucht nicht ihm galt, sondern dem Gefühl, dass er mir gegeben hat. Denke auch nicht, dass ich mir direkt diese Liebe geben konnte, die ich mir so gewünscht habe. Ich wusste ja nicht mal ansatzweise wie das gehen soll.

Und am Ende des Tunnels kommt das Licht

Ich weiß, dass wir uns dieses Gefühl der Erlösung und des Aufatmens so sehr wünschen. Dieser Punkt wird auch kommen, jedoch erst nachdem wir durch diesen Schmerz durchgegangen sind – OHNE ihn zu verdrängen. Ich betrachte sowas sehr gerne als Tal der Tränen. Wenn wir einmal durch dieses düstere und so dunkle Tal gehen, kann es gar nicht anders sein, als, dass am Ende der Tunnel mit all dem Licht kommt. Wichtig in diesem Prozess ist, sich immer wieder zu erkennen und zu ertappen, wie man versucht sich selber zu belügen. Ich hatte in dieser Zeit auch immer wieder „Rückfälle“ und habe die innere Leere kaum ausgehalten. Meistens habe ich meinem Ex dann doch wieder geschrieben. So verrückt es sich anhört, aber seine Trauer, seine Bitte ihn zurück zu nehmen und seine Worte wie sehr er mich liebt, haben mich wieder aufgeladen.

Ich habe mich in einer tiefen emotionalen Not befunden, eine Not aus der ich gefühlt NIE wieder rauskommen sollte. Aber eine Sache war dabei die Wichtigste. Egal ob ich gefallen bin, richtig tief gefallen bin, Rückfälle hatte oder furchtbar schlecht mit mir umgegangen bin…Ich war bereit durch all das durch zu gehen, denn ich wollte Heilung erfahren! Und die habe ich erfahren…Irgendwann kam das Licht näher und das Gefühl der emotionalen Not wurde weniger. Ich konnte wieder genießen und vor allem, konnte ich mich viel tiefer fühlen als zuvor.

Was hat das alles mit dem Kampf „Körper und Essen“ zu tun?

Der Ursprung ist immer die fehlende Beziehung zu uns selbst und die fehlende Liebe, die wir uns selbst nicht geben. Wieso das so ist, liegt an unzählig verschiedenen Gründen. Die Heilung und Aufarbeitung bestehen aus tausend verschiedenen Puzzle Teilen, der Weg jedoch ist immer der GLEICHE. Es geht darum, dass wir das, was uns im Moment Halt und Schutz gibt, loslassen und bereit sind, durch den Schmerz zu gehen. Wir müssen anfangen ehrlicher zu uns selbst zu sein und all dem wirklich und ECHT ins Gesicht zu gucken.

Wie genau du zu diesem Punkt kommst, die Themen aufarbeitest, wieder eine liebevolle Beziehung zu dir, deinem Körper und dem Essen aufbaust lernst du übrigens alles in Soulfood.

Ich habe diesen Satz bis ganz zum Schluss aufgehoben – für die Personen, denen das Thema wirklich wichtig ist. Ich darf dir schon verraten, dass morgen unser offizieller Launch startet und gebe dir damit die Chance, dabei zu sein. Erfahrungsgemäß können wir nämlich leider nie alle Bewerber annehmen, da der Kurs individuell von mir betreut wird und ich damit natürlich auch immer nur eine begrenzte Anzahl an Teilnehmer aufnehmen kann.

Wenn du also die ganzen Themen in ihrem Ursprung verändern möchtest und wieder eine komplett neue und liebevolle Beziehung zu dir und deinem Körper und natürlich auch dem Essen aufbauen möchtest, darfst du dich jetzt gerne schon für die Oktober Runde bewerben. Alle drei Monate starten wir nämlich hier eine sehr intensive Reise und ich würde mich sehr freuen diese mit dir gemeinsam zu gehen. Den Link zum Bewerben, findest du auf meiner Website unter Kurse. Deine Bewerbung ist nur im ersten Schritt dafür da, um herauszufinden ob Soulfood das Richtige für dich ist. Natürlich unverbindlich und kostenlos. Einfach nur zum Kennenlernen.

Ich freue mich von dir zu hören und für alle anderen: Ich wünsche euch noch einen ganz tollen Sonntag. Bei Fragen schreibt mir immer super gerne bei Instagram.