Bei diesem Thema merke ich immer wieder, das oftmals ein kompletter Perspektivenwechsel notwendig ist. Denn in unserer Gesellschaft baut das Fundament für Sport und Bewegung so so häufig auf Druck, Zwang und einem negativen Verhältnis zu unserem Körper auf.

Oft verbinden wir das Thema Sport mit negativen Emotionen, oder es ist für uns einzig und allein Mittel zum Zweck geworden, um gut auszusehen, Gewicht zu verlieren, oder eben nicht zuzunehmen. Dadurch hat Sport immer irgendwie etwas Negatives an sich…

Als Personaltrainerin erlebe ich es immer wieder, dass Personen nur Sport machen wollen, weil sich es sich erhoffen, dadurch abzunehmen oder ihren Körper anders formen zu können. Und meiner Meinung nach wird das Thema Sport heute mitunter so verkehrt aufgenommen wie das Thema Essen.

Um wirklich auf allen Ebenen glücklich und zufrieden sein zu können, ist es unentbehrlich, dass wir uns in irgendeiner Form bewegen und unserem Körper nährstoffreiche Nahrung geben. Das gehört ganz einfach zu unserer Natur und unser Körper funktioniert nunmal so. Wenn unsere Stoffwechselprozesse und unsere körpereigene Entgiftung nicht richtig funktionieren können, dann geht es uns physisch natürlich nicht gut. Und das wiederum wirkt sich automatisch auch auf unsere psychische Verfassung aus. Unser Körper und unsere Seele sind schließlich untrennbar miteinander verbunden.

Ausreichend Bewegung ist neben einer gesunden Ernährung der wichtigste Schlüssel zu den meisten Vorgängen in unserem Körper.

In unserer heutige Gesellschaft bewegen wir uns generell häufig viel zu wenig und das wirkt sich natürlich auch auf unsere Gesundheit aus, da unser Körper nur dann richtig funktionieren kann, wenn wir so leben, wie die Natur es uns vorgegeben hat.

Ich will euch ein Beispiel geben ohne zu tief in die körperlichen Prozesse einzutauchen, aber ich denke, dass das Bewusstsein darüber wichtig ist, wenn wir in der Lage sein wollen, unsere Perspektive zu wechseln.

Durch Bewegung halten wir unter anderem unseren Stoffwechsel auf Trab. Wir aktivieren damit quasi die Mini-Kraftwerke in unseren Zellen. Diese Mini-Kraftwerke brauchen wir unbedingt, weil sie zum Beispiel Stoffe bilden, die wir benötigen, um in unserem Körper Nährstoffe transportieren und in unseren Zellen speichern zu können. Diese Mini-Kraftwerke werden Mitochondrien genannt. Und die werden durch Bewegung nicht nur aktiviert, sondern vermehren sich dadurch sogar.

Unser Körper ist so ein unglaubliches Wunderwerk und in dem ganzen Kalorien- und Abnehm-Dschungel vergessen wir das leider viel zu oft. Aus dieser Unwissenheit heraus habe ich meinem Körper jahrelang nie das gegeben, was er eigentlich braucht und meinen natürlichen Biorhythmus einfach komplett ignoriert. Dass ich mich so oft schwach, kaputt und ausgelaugt gefühlt habe, war mir relativ egal. Ich war mir dem Ganzen auch einfach nicht bewusst.

Aber kommen wir mal zu der Aussage zurück, dass unser Körper und unsere Seele untrennbar miteinander verbunden sind. Da unser Körper von Natur aus zur Bewegung bestimmt ist, kann eine richtige Harmonie in uns erst dann entstehen, wenn wir ihm das geben, wofür er gemacht ist.

Wenn wir das nicht tun, hat das einen gewaltigen Einfluss auf unser ganzes Sein, auf unsere Gesundheit, unseren Geist und unsere Seele. Wenn wir unseren Körper wieder als Zuhause betrachten, ihn als Heim unserer Seele sehen, verstehen wir, dass wir ihn pflegen müssen.

Und das findet auf einer ganz anderen Ebene statt, als unter Druck und Zwang. Es steht auf einem Fundament der Selbstfürsorge.

Ein wichtiger Punkt, der uns nämlich in den meisten Fällen nicht bewusst ist, ist, dass wir durch gezielte Bewegung den Energiefluss in unserer Wirbelsäule, in unseren Gelenken und generell, maßgeblich beeinflussen. Wenn wir aufhören uns zu bewegen, stagniert dieser Energiefluss, was uns nicht nur müde und energielos werden lässt, sondern uns auch für anfälliger für Krankheiten macht. Durch die blockierte Energie baut sich im Körper eine Spannung auf, durch die es zum Sauerstoffmangel kommt. Und je mehr unser Körper unter dieser Blockade leidet, desto blockierter fühlen wir uns auch. Wie wollen wir Leichtigkeit und Freude in unserem Leben empfinden, wenn wir uns in unserem Körper nicht wohlfühlen?

Auf der geistigen, seelischen und körperlichen Ebene findet ein ständiger Energieaustausch statt, sodass eine angemessene körperliche Bewegung gleichermaßen auch die anderen Ebenen beeinflusst.

Ich habe selber lange Zeit gebraucht, um meine negativen Assoziationen zum Sport wieder zu lösen. Ich hatte, nachdem ich mein Essverhalten geheilt hatte, lange Zeit das Gefühl, dass sich in mir alles zusammen zieht, sobald ich das Fitnessstudio betrete. Ich konnte einfach keine Freude mehr dafür empfinden und musste mit den Verknüpfungen und Glaubenssätzen in der Tiefe arbeiten. Denn manchmal reicht das reine Bewusstsein für einen Perspektivenwechsel nicht aus, sodass zusätzlich die unterbewusste Arbeit notwendig ist.

Heute ist Sport all das, was ich gerade beschrieben habe. Etwas, was so wichtig ist um mich vital zu fühlen. Um meinen Körper zu spüren. Um ihn zu versorgen. Und mich wirklich in meiner vollen Tiefe zu kennen.

Ich habe heute angefangen die Bewegung an sich zu lieben und nicht das Resultat. Ich liebe es im Yoga meine eigene Energie zu fühlen und die Kraft meines Körpers und meines Geistes spüren zu können. Ich liebe es, beim Ausdauertraining den Sauerstoff in meiner Lunge so viel intensiver wahrzunehmen als sonst. Ich kann förmlich spüren, wie sehr mich das belebt. Ich liebe es, das Brennen in meinen Muskeln beim Krafttraining zu fühlen. Wann sonst spüren wir unseren Körper in dieser Intensität? Ich spüre beim Krafttraining Muskeln, die ich sonst niemals spüre. Und das genieße ich! Und ich liebe es auch, beim Mobility-Training meine Faszien und Sehnen zu fühlen zu können.

All das bedeutet für mich eine echte Verbindung zu meinem Körper. Ihn in seinem vollen Umfang fühlen zu können. Die Bewegungen wirklich wahrzunehmen und in dem Moment zu sehen, wie mein Körper lebt. Und all das wird er mir so sehr danken, weil er dadurch in seinem vollen Umfang funktionieren kann und darf.

Außerdem sorgen diese Bewegungen dafür, dass ich zugleich meine Kreativität fördere und mein Körper- und Lebensgefühl ein ganz Anderes wird. Wenn wir uns dazu zwingen, täglich einfach nur stumpf auf das Laufband zu gehen, kann das nicht funktionieren.

Ich spüre eindeutig, dass die Vielfalt und auch das Hineinhören in meinen Körper mir so so wichtig geworden sind. Denn nicht jeden Morgen hat mein Körper die Kraft für ein schweres Krafttraining. Manchmal wünscht er sich einfach langsame und leichte Bewegungen. Dann beginne meinen Tag zum Beispiel mit Mobility und Yoga.

Unser Körper spricht und kommuniziert die ganze Zeit über mit uns. Er sagt uns, was er braucht. Wir müssen einfach nur lernen, wieder auf ihn zu hören. Diese Gabe haben wir jedoch in unserer heutigen Gesellschaft oftmals verloren. Denn wenn wir einfach nur stumpf nach Plänen leben, egal ob in Bezug auf Essen oder Sport, hat er keine Chance, sich auszudrücken.

Wenn wir aber dahin zurück kommen, dass wir aus den gerade besprochenen Gründen wieder beginnen uns zu bewegen, können wir diese Verbindung zu unserem Körper wiederfinden und das natürliche Bedürfnis nach Bewegung entwickeln.

Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Beitrag meine heutige Beziehung zu Sport und Bewegung ein wenig näherbringen konnte und ich hoffe, dass ich dich dazu ermutigen konnte, das ganze Thema mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Teile wie immer super gerne deine Gedanken mit mir,

ich freue mich auf dich!