Heute habe ich wieder etwas ganz Besonderes für euch vorbereitet. Ich habe euch gebeten mir eure Fragen zum Thema Essen und Körper zu stellen und habe mir davon 6 Wichtige und sehr Interessante herausgesucht, die ich in diesem Artikel für euch beantworten werde.

Nach diesem Artikel wirst du besser verstehen, wieso du es bisher nicht geschafft hast, Frieden mit deinem Körper und dem Essen zu schließen! Ich wünsche dir ganz viel Freude beim Lesen und beginne nun mit der ersten Frage.

Frage 1: Glaubst du, dass man die Bulimie trotz massivem Übergewicht besiegen kann und gesund sein kann?

 Es ist sehr wahrscheinlich, dass du die Bulimie einzig und allein loslassen kannst, wenn du an die tiefe Ursache des eigentlichen Essensdrangs gehst. Alles andere, wird immer nur temporär funktionieren, da Bulimie immer ein starker Ausdruck von einem Teil ist, den du versuchst zu füttern. Das ist niemals dein Körper. Auch anhand des Übergewichts, kannst du erkennen, dass hier nicht dein Körper Hunger hat, sondern deine Seele. Ich weiß, dass das erstmal schwer ist zu greifen, weil wir so erzogen sind zu denken, dass wir ein Problem haben und dann beginnen dieses Problem zu bekämpfen und weg haben zu wollen.

Doch genau so kann es nicht funktionieren, denn das Problem ist ja nur entstanden weil du dich bereits an einem Punkt befunden hast, an dem es dir nicht gut ging und du nach etwas gesucht hast, was dir, wenn auch nur für eine kurze Weile, Glück und Befriedigung gibt. Genau dahin müssen wir zurück. Du musst dir anschauen, wieso es dir damals, als alles begonnen hat, schon nicht gut ging und was eigentlich in dir gerufen hat. Wenn du dich dem dann wieder hinwendest und dein emotionales Loch füllst, musst du es nicht mehr versuchen mit Essen zu füllen, was sowieso niemals funktionieren kann.

Du hast noch eine Sache angesprochen, die mir sehr wichtig ist zu betonen: Du wirst deine Bulimie NIEMALS besiegen. Solange du im Kampf mit der Bulimie stehst und sie weg haben willst, wird keine Heilung eintreten. Erst wenn du dich wirklich deinem emotionalen Loch hingibst, und dazu gehört die Annahme aller deiner verletzten Anteile, kann sich der Ausdruck „die Bulimie“ verändern. Es ist also eine Hinwendung zu dir selber und den Themen, die gehört werden wollen und die Seelenwunden in dir hinterlassen haben. Es ist die Hinwendung. Es ist kein Kampf! Schaue dir dazu auch gerne nochmal den letzten Blog Artikel an, dort spreche ich ausführlicher über die Motivation hinter deiner Heilung!

Frage 2:  Wo setze ich am besten an um mein Innerstes zu heilen?

Ein sehr wertvoller und wichtiger Schritt ist, zu aller erst in die Eigenbeobachtung zu gehen und sich selber verstehen lernen. Die meiste Zeit über reagieren wir einfach aufgrund von alten Verletzungen und Emotionen ohne, dass uns das bewusst ist. So nimmt uns, zum Beispiel die Kritik von unserem Chef so sehr mit, dass wir in ein emotionales Loch fallen und schwer mit Selbstzweifeln zu kämpfen haben. Daraufhin strengen wir uns dann zum Beispiel extra an und wollen nun zeigen, dass wir doch wertvoll sind oder aber wir fangen an zu blockieren, fliehen aus der Situation, ziehen uns in uns zurück und beginnen starke Angst zu bekommen, Fehler zu machen. Darauf hin entwickelt sich ein starkes Stressgefühl, das auf Druck und Angst aufgebaut ist.

Gehen wir einige Schritt zurück würden wir erkennen, dass in dem Moment, in dem wir kritisiert werden, vor allem ein verletzter Teil aktiv wird, der denkt, nicht wertvoll zu sein. Gehst du noch einen Schritt weiter zurück, kannst du zum Beispiel Dinge sehen, wie, dass dein Papa dir als Kind das Gefühl gegeben hat, dass du gute Leistung bringen musst. Vielleicht bist du bestraft worden wenn es anders ist. Daraus haben sich vielleicht Glaubenssätze gebildet, die in etwa so gehen: „Ich bin nur wertvoll wenn ich gute Leistungen bringe“ oder „ Ich darf keine Fehler machen weil ich sonst nicht geliebt werde”.

Du erkennst hier schon die Kette an Ereignissen, die in der Regel auf unsere Kindheit und viele daraus entstanden Verletzungen zurück zu führen sind. Danach sind wahrscheinlich viele Ereignisse passiert, die dir genau diese Glaubenssätze und diese Verletzungen widergespiegelt haben.  Was machen wir in der Regel? Wir konzentrieren und auf das Ereignis. Wir schimpfen darüber, was der Chef für ein Arsch ist und fallen in eine Opferrolle, in der alles so unfair ist. Dabei sehen wir leider nicht, was sich alles hinter diesem Thema verbirgt.

Würden wir es erkennen und damit arbeiten, würden wir uns verstehen lernen und können so zu dem Punkt kommen, an dem wir den Ursprung heilen und somit im heute völlig anders reagieren. Auf dem Weg lernen wir dann, uns in der Situation zu erkennen, zu beobachten, uns emotional zu begleiten und uns selber in den Arm zu nehmen. Das bedeutet, dass der erste Schritt mit dem Beobachten anfängt. Fang also an, dich selber richtig kennen zu lernen. Die Triggerpunkte, also die Momente, in denen du emotional reagierst, kannst du genau dafür nutzen.

Frage 3: Wenn ich den ganzen Tag keinen Hunger habe, soll ich dann überhaupt nichts essen?

Doch. Das meine ich immer, wenn ich sage, dass zu einer intuitiven Ernährung mehr gehört als einfach nur auf die körperlichen Signale zu hören. Wenn du garkeinen Hunger mehr verspürst und so geht es übrigens vielen, hast du einfach die Verbindung zu deinem Körper verloren und die Stoffwechselprozesse funktionieren nicht mehr so, wie sie sollten. Wir brauchen Energie. Unser Gehirn braucht Energie. Unsere Organe brauchen Energie. Hunger ist eigentlich nichts anderes als der Ruf unseres Körpers, dass er Energie benötigt für alle seine Stoffwechselprozesse.

Hörst du diesen Ruf nicht mehr und gibst deinem Körper dementsprechend auch nicht die Nahrung die ein normaler, gesunder Körper benötigt, ist schon alles durcheinandergekommen. Aber wie gesagt, so geht es vielen und auch mir ging es lange so. Also mach dir keine Gedanken denn du kannst wieder komplett zum Ursprung zurückkommen. Um da wieder hinzukommen, kannst du deinen Körper unterstützen, indem du ihm vollwertige Nahrung gibst. Am besten regelmäßig, um ihn wieder zu aktivieren, sozusagen.  Du kennst das vielleicht selbst. Wenn du eine Weile morgens nichts isst, hast du auch keinen Hunger nach einer Weile mehr. Isst du aber jeden Morgen etwas, wirst du auch morgens schon Hunger verspüren. Genau diesen Effekt können wir nutzen, um erstmal den Motor wieder anzuschmeißen.

Wenn dieser dann wieder an ist, kannst du auch wieder zuhören und deine Hunger- & Sättigungssignale richtig kennen lernen. Denn auch zu diesen haben wir häufig keinen Kontakt mehr oder eine sehr schwammige Verbindung und können körperlichen- von emotionalem Hunger nicht unterscheiden oder haben kein Gefühl mehr, wie stark unser Hungergefühl wirklich ist. Warten wir zu lange ab und ignorieren lange Zeit unseren Hunger, kommt häufig der Punkt, an dem wir unkonzentriert werden und es uns viel schwerer fällt bewusst zu essen. Genauso passiert es oft, dass wir über unseren Hunger hinaus essen, weil wir die Verbindung verloren haben und auf der körperlichen Ebene die Signale nicht mehr richtig verstehen und auf der emotionalen natürlich, weil wir nicht aufhören wollen zu essen.

Was ich damit sagen will: Wir können unseren Körper stark unterstützen, dass wir auf dieser Ebene auch wieder eine echte Verbindung bekommen. Vergesst dabei nicht: Nur auf der körperlichen Ebene zu arbeiten, macht keinen Sinn. All das findet auf der körperlichen, unterbewussten, emotionalen, mentalen und neurologischen Ebene statt. Arbeitet nie nur auf einer Ebene, sondern bindet sie alle mit ein.

Frage 4: Wie kann ich mit Essen aus Langeweile umgehen?

Die Frage ist tatsächlich nicht so leicht zu beantworten bzw. ich muss hier leider eine andere Antwort geben, als du wahrscheinlich erwartest denn Langeweile ist eigentlich schon ein Symptom einer unbearbeiteten Ursache. Langeweile ist nicht normal und leider nur ein Zeichen davon, dass wir von uns selbst und unseren Bedürfnissen abgetrennt sind.

Bist du verbunden mit deiner Seele und deinen eigentlichen Bedürfnissen kann keine Langeweile entstehen!

Das bedeutet nicht, dass du dauerhaft etwas machen musst- ganz im Gegenteil. Wenn du wirklich mit deinem Inneresten verbunden bist, kannst du auch nichts tun und vollkommen mit dir alleine sein, ohne Langeweile zu empfinden. Natürlich nur wenn du das Bedürfnis danach hast. Wenn du aber wirklich in dir Ganz bist, brauchst du nicht ständig etwas, was dich ablenkt, sondern alles entsteht mehr aus einem Fluss heraus. Dann weißt du, wonach du dich gerade sehnst und wie du dich entfalten kannst. Das ist der Zustand, den wir anstreben. Das Essen aus Langeweile ist sozusagen ein Symptom des Symptomes und du versuchst hier, die fehlende Beziehung zu dir selber und die damit verbundene Leere zu unterdrücken.  Also auch hier ist die Antwort, innerlich zu heilen und eine echte Beziehung zu dir und deinen Bedürfnissen aufzubauen.

Frage 5: Während der Periode unglaublichen Hunger, was mache ich während dieser Zeit?

Eine gute Frage, da unser Körper während unserer Periode tatsächlich anders funktioniert und sich anders anfühlt. Wichtig an dieser Stelle ist schonmal zu wissen: Während der Periode verändert sich unsere Hormonzusammensetzung. Gerade Östrogen nimmt ab und Progesteron wird vermehrt ausgeschüttet. Östrogen wirkt eher appetithemmend und Progesteron eher appetitfördernd. Dadurch, dass während der Blutung Progesteron seinen Höhepunkt findet, spüren wir oft, dass wir mehr Hunger und Appetit haben können.

Zusätzlich ist es so, dass der Körper vor der Blutung im Schnitt 250 bis 350 zusätzliche Kalorien am Tag braucht. Unser Körper verlangt einfach nach Extraenergie, um die Gebärmutterschleimhaut einmal rundum zu erneuern und unbefruchtete Eibläschen auszusortieren. Um den Körper während der Tage gut zu versorgen, können wir ihn aber unterstützen und zum Beispiel mehr Eisen in die tägliche Ernährung einbauen, weil wir davon einiges während unserer Periode verlieren. Passiert das, kann es sein, dass wir uns müde und erschöpft fühlen. Das wiederum kann dazu führen, dass unser Körper zusätzlich nach Essen verlangt und genug Energie zu haben. Am schnellsten haben wir gelernt, dass wir Energie von Zucker bekommen. Diese Energie hält natürlich nicht lange an und Zucker kann unsere Gier natürlich auch nicht befriedigen.

Haben wir vermehr Lust auf Zucker in der Zeit, kann das zusätzlich ein Zeichen dafür sein, dass unser Körper generell nach Nährstoffen verlangt. Am besten versorgst du deinen Körper in dieser Zeit besonders mit grünem Gemüse oder Hafer. Erstens ist darin kein schädlicher Zucker enthalten, zweitens wirkt Magnesium entkrampfend und drittens hilft es zusätzlich auch Begleiterscheinungen während der Menstruation wie Kopfweh und Verstopfung. Denn hier kommen wir zum nächsten Punkt:  Auch für unseren Körper bedeutet dies Zeit, Stress. Hier wird unsere Stresshormon Cortisol vermehrt ausgeschüttet. Da wir gelernt haben, dass Essen unser Nervensystem beruhigt, reagiert unser Gehirn ebenfalls mit Hungersignalen.

Zucker verstärkt allerdings nachweislich Regelschmerzen. Deswegen ist es sehr sinnvoll wenn du all dem schon ein bisschen vorbeugst und viele Nährstoffe zu dir nimmst und viele komplexe Kohlenhydrate, Proteine und gute Fette. Dadurch entstehen weniger starke Schwankungen in deinem Blutzuckerspiegel. Und allein dadurch fällt der Drang nach Süßem sanfter aus oder verschwindet nach und nach vollständig.

Vorausgesetzt natürlich, dass wir auch auf der emotionalen Ebene die Verknüpfungen lösen, aber das ist die Arbeit, die sowieso elementar wichtig ist, wenn wir uns vom emotionalen Essen lösen wollen.

 Zusammengefasst kann es dir also helfen, wenn du deinem Körper die Nährstoffe gibst, die er braucht und du kannst dem ganzen schon vorbeugen, indem du auch davor schon wertvolle, vollwertige Lebensmittel zu dir nimmst. Zusätzlich ist es wichtig mit emotionalem Essen zu arbeiten damit dein Körper nicht mehr so stark nach Zucker verlangt. Ich spüre heute zum Beispiel deutlich, dass ich mehr Hunger habe. Aber ich habe nicht vermehrt Lust auf Süßigkeiten, weil die Verknüpfungen einfach nicht mehr da sind. Ich ernähre mich in der Zeit also sehr vollwertig und gebe meinem Körper, die zusätzliche Energie, die er braucht.

Frage 6: Hören Fressattacken/vermehrter Hunger irgendwann wieder auf, während der Genesung?

Ja, natürlich! Wenn der Ursprung verändert wird und wir gleichermaßen mit den Verknüpfungen arbeiten, die zwischen Essen und Emotionen entstanden sind, kann auch der Ausdruck dieser Themen, also die Fressattacken oder Heißhunger sich nach und nach lösen. Deswegen sag ich immer, dass es keinen Sinn macht, gegen den Ausdruck zu kämpfen. Es ist das gleiche, als wenn du ein Baby hast und es schreit und du, statt zu gucken, wieso es weint, einfach Ohrstöpsel rein machst, die Musik laut machst oder ähnliches.

Wir dürfen wieder hinschauen, was unsere Seele uns zu sagen hat und dann hört es nach und nach auf, in uns zu schreien ❤️