Alle sprechen über Selbstliebe, aber wie kann man diese eigentlich praktisch erlernen und anwenden?

Selbstliebe ist im Grunde nichts anderes als Selbstmitgefühl! Selbstmitgefühl ist der Ausstieg aus dem Kampf gegen sich selbst und der ständigen Selbstkritik. Dadurch schaffen wir eine Basis aus Gutmütigkeit, Sanftheit, Sicherheit und Geborgenheit, die den Nährboden dafür liefert, gesund zu wachsen…

Ich falle über meine eigene Schleife

Die meiste Zeit über haben wir sehr hohe Erwartungen an uns selber. Wenn wir die nicht erfüllen, sind wir oft wahnsinnig böse und lieblos im Umgang mit uns selbst. Ständig sagen wir uns dann, was wir alles falsch gemacht haben, sagen uns vielleicht sogar, dass wir nie etwas richtig machen würden und versinken dann ggf. noch in Gefühlen des Versagens. Häufig ist es sogar so, dass unsere inneren Stimmen permanent auf „nicht gut genug” eingestellt sind. Dadurch geraten wir gerne in eine Schleife, die uns dazu bringt, in einer Situation, in der wir unzufrieden sind, noch mehr von uns zu erwarten. Diese Erwartung können wir dann wieder nicht erfüllen und das Spiel geht von vorne los.

Ich möchte dir in diesem Beitrag erklären, wie du aus dieser Schleife herauskommst und stattdessen Selbstmitgefühl erlernst. Ich habe früher immer viel zu komplex über Selbstliebe nachgedacht, sodass ich das Thema gar nicht richtig greifen konnte. Ich habe mich oft gefragt, wie es funktionieren soll, dass ich einfach so in den Spiegel schaue und mich plötzlich lieben und akzeptieren soll, wie ich bin. Wie soll das gehen? Und genau DAS ist das Problem! Das Thema ist einfach nicht richtig greifbar für die meisten. So wie es oft dargestellt wird, so einfach funktioniert es nunmal nicht.

Dann lernte ich mir meine Schuhe selbst zu binden

Wo es bei mir richtig „KLICK“ gemacht hat, war der Punkt, an dem ich Selbstliebe für mich umbenannt habe in Selbstmitgefühl.

Ich habe darüber nachgedacht, wie emphatisch ich anderen Menschen gegenüber bin und wie viel Mitgefühl ich für sie habe. Ich habe darüber nachgedacht, wie viele Gedanken ich mir über die Menschen mache, die ich liebe und alles dafür tue, dass es ihnen gut geht. Ich habe darüber nachgedacht, wie bedacht ich mit meinen Worten bin, die ich ihnen gegenüber äußere um ihnen nicht weh zu tun. Und ich habe darüber nachgedacht wie ich ihnen zuspreche, wenn sie an sich zweifeln und wie ich mich um sie kümmere, wenn es ihnen schlecht geht. Niemals würde ich zu ihnen sagen, dass sie irgendwas nicht erreichen könnten oder dass sie nicht gut genug für irgendwas wären.

Und genau diese Verhaltens- und Denkweise habe ich dann auf die Beziehung zu mir selber übertragen. Wenn wir beginnen den Umgang mit uns selbst so zu betrachten, dann bemerken wir erst, wie wir eigentlich mit uns umgehen. Dadurch entsteht eine Achtsamkeit, die Raum für Selbstmitgefühl bietet. Und nur dadurch können wir wieder eine liebevolle Sprache zu uns selber entwickeln und beginnen uns selber in einem liebevolleren Licht zu sehen.

Diese Punkte bringen dich näher in die Selbstliebe:

Um mehr Selbstliebe/Selbstmitgefühl in dein Leben zu bringen, möchte ich dir folgende Tipps geben:

  1. Behandele dich so, wie du auch einen geliebten Menschen behandeln würdest

Versuche dir immer vorzustellen, was sich dieser Mensch wünschen oder was er brauchen würde. Vielleicht braucht dieser Mensch gerade eine Umarmung, Unterstützung oder Halt. Dann gib DIR genau DAS!

  1. Übe dich in Achtsamkeit

Beginne deinem inneren Kritiker zuzuhören, der dir immer wieder versucht einzureden, du seist nicht gut genug. Mache dir im ersten Schritt bewusst dass du einer ständigen Selbstkritik unterliegst.

Achtsamkeit hilft dir dabei, genau das zu beobachten und diese dann auch zu hinterfragen und zu verstehen.

  1. Gebe dir die Erlaubnis, nicht perfekt zu sein

Selbstmitgefühl bedeutet auch, sich selber zu erlauben, nicht perfekt sein zu müssen. Menschlich und somit fehlerhaft zu sein. Wenn du dir die Erlaubnis für diese nicht gewollten Seiten von dir gibst und diese als natürlich verstehst, dann können diese völlig menschlichen Seiten von dir nicht mehr deine Stärken und Kompetenzen untergraben. Du hörst auf, dich auf deine Fehler zu konzentrieren.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass man Selbstmitgefühl nicht von heute auf morgen erlernen kann. Es ist wahnsinnig wichtig, dass du hierbei verständnisvoll mit dir umgehst, dir Zeit lässt und nicht direkt wieder Perfektion von dir erwartest. Aber du wirst sehen, dass auch du es definitiv lernen kannst, je achtsamer und liebevoller du beginnst, mit dir umzugehen.

Hierzu noch ein schönes und passendes Zitat von Buddha:

“Du, genauso wie jeder andere Mensch auf der Welt, verdienst es geliebt und angenommen zu werden.”

Ich wünsche dir ganz viel Freude bei der Arbeit mit dir selber.

Berichte mir gerne…