Bist du obdachlos oder hast du ein inneres Zuhause?

Hättest du mich das vor einigen Jahren gefragt, hätte ich wahrscheinlich nicht einmal gewusst, was du mir damit sagen willst. Heute frage ich mich, wie ich jemals ohne das Bewusstsein über mein inneres Zuhause leben konnte.

Ich möchte dir in diesem Beitrag das ganze Thema näherbringen und dir erzählen, was es für mich bedeutet und wieso es mir so viele Antworten auf meine frühere Unzufriedenheit gegeben hat.

Die ganz einfache und knappe Antwort ist: Ich hatte kein inneres Zuhause – weil ich nie wusste, dass ich überhaupt eines besitze.

Ich möchte diesen Beitrag gerne mal wieder mit einer kleinen Metapher starten, um dir das Ganze ein bisschen begreiflicher zu machen.

Wir alle haben ein Bedürfnis nach einem Zuhause. Das ist wohl menschlich. Wir bauen uns oft ein eigenes Haus oder machen es uns in unserem Zuhause gemütlich. Wir kaufen Deko, streichen unsere Wände, wir stellen uns Pflanzen in die Wohnung und achten darauf, dass es sauber und ordentlich ist.

Aber wieso tun wir das eigentlich?

Weil wir wissen, dass wir uns besser fühlen, wenn wir uns in unserem Zuhause wohlfühlen.

Doch wie geht es dir, wenn dein Zuhause super chaotisch ist? Wenn in jeder Ecke dreckiges Geschirr herumsteht? Wenn der Müll schon ewig nicht mehr rausgebracht wurde? Wenn überall Fliegen herumschwirren und sich die schmutzige Wäsche bereits stapelt?

Vielleicht kannst du dich da gefühlsmäßig sogar hineinversetzen. Du würdest dich natürlich unwohl fühlen. Es würde dir sehr schwer fallen, es dir dort gemütlich zu machen, deine Seele baumeln zu lassen und einfach zufrieden sein zu können.

An der Stelle gibt es dann zwei Möglichkeiten. Entweder du räumst auf und gestaltest dir dein Zuhause so, dass es darin gut geht und du dich wohlfühlen kannst, oder aber du gehst einfach raus und suchst dir einen Ort, an dem es dir besser geht.

Wenn du dich für Draußen entscheidest, wirst du kein Zuhause mehr haben. Du bist dann darauf angewiesen, im Außen immer wieder einen Ort zu finden, an dem du dich wohlfühlen kannst. Wenn du allerdings einmal keine Anlaufstelle finden wirst, weil Alles geschlossen ist, wirst du dich rastlos und unwohl fühlen. Versuche dich an dieser Stelle mal wirklich emotional in dieses Gefühl hineinzuversetzen. Du wirst frustriert sein und dich schrecklich unwohl fühlen. Du hast dich vom Außen abhängig gemacht.

Vielleicht wirst du jetzt denken: Ja, das macht doch gar keinen Sinn. Das würde Niemand so machen. Es wäre doch viel einfacher, sein eigenes Zuhause aufzuräumen… Da hast du natürlich vollkommen Recht und doch machen es die wenigsten Menschen.

Denn jetzt wollen wir unser Zuhause, unser Haus oder unsere Wohnung auf unser inneres Zuhause übertragen. Wir haben verlernt unser inneres Zuhause aufzuräumen, um uns IN UNS wohlfühlen zu können und suchen stattdessen die ganze Zeit im Außen nach Glück und Zufriedenheit.

Statt uns also mit unserem Inneren zu beschäftigen, dort aufzuräumen und herauszufinden, was uns wirklich glücklich macht, laufen wir verloren draußen herum und denken all das im Außen kann uns vielleicht irgendwann glücklich machen.

Der neue Job, der neue Partner, das neue Ziel, das wir uns gesetzt haben, die neue Wohnung, mehr Geld, die neue Tasche und nicht zu vergessen: der perfekte Körper…

Was wir dabei vergessen, ist, dass wir alle das tiefe Bedürfnis nach einem inneren Zuhause haben und solange wir uns das nicht erschaffen, werden wir stets vom Außen abhängig sein.

Dann wird es dir immer wieder den Boden unter den Füßen wegreißen, wenn du den neuen Job nicht bekommst, wenn dein Partner gerade abwesend oder mit sich beschäftigt ist usw. weil du nunmal dieses Glück in den äußeren Umständen BRAUCHST, um einigermaßen glücklich sein können. Es wird dich stets unfassbar traurig und wütend machen, wenn du dein Ziel doch nicht erreichst oder wenn Jemand dir im Außen das Gefühl gibt, nicht gut genug zu sein. Denn du bist auf dieses Glück im Außen angewiesen.

Und noch schlimmer: Selbst wenn du deine Ziele erreichst, wird das Gefühl von Glück immer nur für ein paar Momente anhalten, vielleicht ein paar Tage oder Wochen und dann bleibt da nichts mehr. Weil uns das Glück im Außen nie wirklich auf tiefer Ebene glücklich machen kann, solange wir kein inneres Zuhause haben.

Erst wenn dieses innere Zuhause vorhanden ist, können all diese Dinge im Außen unser Glück verstärken und das Leben kann dann zu einem Spiel und zu einem wahren Abenteuer werden.

Aber was bedeutet es nun, ein wirkliches inneres Zuhause zu haben?

Es bedeutet zum Beispiel den Müll rauszubringen. Es bedeutet sich innerlich zu säubern, zu klären und sogar den Keller aufzuräumen. Anstatt davor wegzurennen, geben wir uns all dem Chaos hin und übernehmen wieder die Verantwortung für all den Kram, der da unten herumliegt.

Es bedeutet nicht nach draußen zu rennen, weil wir dieses Gefühl nicht ertragen können und es uns einfach davor graut, unser Zuhause zu entrümpeln. Sondern es bedeutet zu verstehen, WIESO wir uns dort so unwohl fühlen und was wir verändern, aufräumen und vielleicht sogar umgestalten können, damit wir uns wieder so richtig wohlfühlen.

Deswegen frage ich dich an dieser Stelle nochmal: Was passiert wenn du mal ganz alleine mit dir bist und deine Augen schließt? Fühlt es sich für dich an, als wenn du jetzt endlich ganz bei dir bist? Als wenn du einen Raum voller Stille und tiefem Frieden betrittst? Genießt du diese Zeit und gibt sie dir Energie? Oder ist es für dich kaum auszuhalten? Fühlst du dich unbehaglich und möchtest dieser Situation am liebsten so schnell wie möglich wieder entfliehen?

Wenn das Letztere der Fall ist, dann weißt du, dass IN dir, in deinem inneren Zuhause Chaos herrscht und es an der Zeit ist, dort aufzuräumen… Die Themen zu bearbeiten, die keine Ruhe in dir finden. Die Themen zu bearbeiten, die dafür sorgen, dass du innerlich keinen Frieden finden kannst. Solange du dein inneres Zuhause also nicht aufräumst, wirst du die Dinge im Außen niemals lösen können.

Du bist unglücklich in deiner Beziehung? Dein Partner schenkt dir zu wenig Aufmerksamkeit? Du bist eifersüchtig? Du befindest dich schon seit langer Zeit in ständigen Diäten? Du kannst dich selber nicht leiden, wenn du nicht ins Fitnessstudio gehst oder nicht diszipliniert genug bist? Du hast Fressanfälle, du isst emotional?

All diese Punkte sind Symptome. Sie sind der Ausdruck deiner Obdachlosigkeit. Deines inneren Chaos. Du wirst sie nie klären können. Nie Frieden finden können, wenn du die Ursache all dieser Probleme nicht behebst. Solange wirst du in einer Symptombehandlung stecken bleiben, aus der es kaum möglich ist, auszutreten und wenn dann nur durch einen neuen Fokuspunkt, der dir im Außen wieder Halt gibt.

Ich hoffe so sehr, dass ich dir dieses Thema verständlich machen und dir nochmal deutlich machen konnte, wo dein eigentliches Augenmerk liegen sollte. Ich hoffe, du verstehst etwas besser, wieso es keinen Sinn macht, gegen all die Symptome anzukämpfen. Wieso du dich damit in einem nie endenden Kreislauf befindest.

Du darfst dich also deinem inneren Zuhause widmen und dir dort ein echtes und ganz wundervolles Zuhause aufbauen. Und wenn du das gefunden hast, dann wirst du all das im Außen nicht mehr brauchen, um glücklich zu sein. Dann werden all die Dinge zu einem Bonus, aber nicht mehr zu einer Notwendigkeit, um glücklich und zufrieden sein zu können. Denn dann bist du bei deinem wahren Glück und bei deinem wahren ICH angekommen.

Wenn du Fragen zu diesem Beitrag hast, dann schreibe mir wie immer super gerne!