Ich möchte dir heute von deinem inneren Kritiker erzählen, einem Thema, das in der Regel stets verknüpft ist mit dem Kampf gegen unseren eigenen Körper. Ich habe sehr lange Zeit diesen inneren Kritiker als normal angesehen und er konnte mich ungehindert kontrollieren, da ich mir dessen einfach nicht bewusst war.  

Damit wir unser Leben wieder in die Hand nehmen und selbst die Verantwortung dafür übernehmen können, müssen wir verstehen, dass wir in jedem einzelnen Moment über unsere Gedanken und Emotionen frei entscheiden können. Und nur wenn wir uns mit unseren Emotionen auseinandersetzen und diese heilen, können wir auch den Kampf mit uns und unserem Körper beenden.  

Deswegen ist es mir so wichtig, mit diesem Beitrag über den inneren Kritiker zu sprechen. Vielleicht kennst du ihn gut. Vielleicht nimmst du ihn sogar bewusst wahr. Vielleicht erkennst du ihn sofort, wenn er sich mal wieder zu Wort meldet. Vielleicht bestimmt er darüber, wie du dich fühlst und was du über dich selber denkst. 

Aber wer oder was ist dein innerer Kritiker überhaupt? Dein innerer Kritiker ist wohl das strengste und böseste Wesen in deinem Leben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass du dich von keinem anderen Menschen so behandeln lassen würdestDenn dein innerer Kritiker sagt dir im Prinzip die ganze Zeit, dass du – so wie du bist – nicht gut bist. Er beschimpft dich auf bösartigste Weise. Er sagt dir wie schlecht und wie hässlich du bist. Hält dir deine Schwächen vor und all das was du nicht auf die Reihe bekommst. 

Kennst du die Tage, an denen du morgens mal die Schlummertaste drückst und direkt Gedanken in deinen Kopf schießen, mit den Worten wie dumm und undiszipliniert du doch bistDas ist dein innerer Kritiker!  

Kennst du die Tage, an denen du mal nicht all das schaffst, was du dir vorgenommen hast und dir dann direkt sagst, dass du mit deiner undisziplinierten Art wohl niemals deine Ziele erreichen wirstDas ist dein innerer Kritiker!  

Kennst du auch die Tage, an denen du dich im Spiegel betrachtest und dir sagst, dass du weder einen tollen Körper, noch ein schönes Gesicht hast? Das ist dein innerer Kritiker! 

Oder kennst du die Stimmen, die sich melden, nachdem du zu viel gegessen hast? Die dir sagen wie ekelhaft du bist und dass du niemals deine Wunschfigur erreichen wirst? Das ist dein innerer Kritiker!  

Konntest du schon einmal beobachten, wie viele bösartige Worte und Gedanken in deinem Kopf umherschwirren, wenn du eine Heißhungerattacke oder einen Fressanfall hattest? Auch das war dein innerer Kritiker!  

Unser normaler, unterbewusster Prozess funktioniert so, dass wir anfangen uns zu bestrafen, zu hassen und unserem inneren Kritiker auf diese Weise Recht geben. Ich möchte dir in diesem Beitrag das Bewusstsein dafür schenken, dass du dich von diesen Stimmen nicht leiten lassen musst, sondern sie stattdessen aus der Beobachterperspektive wahrnehmen kannst. Ich sehe den inneren Kritiker heute als eigenständiges Wesen. Und dieses Wesen hat vor allem ein Ziel: dass wir uns schlecht fühlen und krampfhaft versuchen in irgendeiner Form besser zu werden. Es will nicht, dass wir sind, wie wir sindsondern findet uns – so wie wir sind – furchtbar. Und solange der innere Kritiker die ganze Zeit über in dem Ausmaß aktiv ist und wir uns von diesen Gedanken leiten lassen, werden wir uns niemals annehmen können. 

Aber woher kommt der innere Kritiker überhaupt? Seine Grundlage bilden unsere Seelenwunden. Er ist aus dem Gefühl heraus entstanden, nicht gut zu sein. Vielleicht war dieser innere Kritiker früher sogar mal ein Elternteil, das dir versucht hat zu sagen, dass du irgendwie besser werden oder anders sein musst, damit es dir gut geht. Wo auch immer der Ursprung liegt, irgendwann haben wir diese Gedanken übernommen. Irgendwann wurden diese von außen zugefügten Gedanken zu unseren Eigenen. 

Egal aus welchem Grund der innere Kritiker entstanden ist – solange wir ihn einfach existieren lassen, geben wir ihm die Macht und er sorgt dafür, dass wir uns durchgehend schlecht fühlen und unglücklich sind. Nur wenn wir wieder das Bewusstsein dafür bekommen, dass es allein in unserer Hand liegt, etwas zu verändern, kann das auch tatsächlich passieren. Der erste Schritt zur inneren Heilung bildet stets das Bewusstsein, dann das Beobachten und dann schließlich das Erzielen von Veränderungen. 

Ich wünsche mir, dass du beginnst, deinen inneren Kritiker zu beobachten. Und zwar so zu beobachten, als wärst das nicht du. So zu beobachten, als wäre er ein eigenständiges Wesen. Und die Gedanken, die dieses Wesen hat, sind wichtigum dir zu zeigenwo noch offene Seelenwunden existieren, die geheilt werden möchten. Sie entstanden aus emotionalen Verletzungen. Und genau so können wir auch beginnen sie zu betrachten. Ich verwende dazu gerne eine Metapher, die das Ganze extrem veranschaulicht: 

Stell dir vor, du sitzt an einem Fluss. Du beobachtest die starke Strömung. Du kannst sehen wie Dinge im Fluss von dem Strom mitgerissen werden. Du erkennst wie kraftvoll dieser Strom ist, aber du fühlst dich sicher, weil du am Rande des Flusses sitzt und der starken Strömung einfach zusehen kannst. Jetzt stell dir vor, du würdest dich mitten im Fluss befinden. Dann hättest du keinerlei Kontrolle mehr. Die Strömung würde dich einfach mitreißen. Du könntest nichts beobachten und die gewaltige Kraft des Wassers hätte die Macht über dich. 

Und genauso ist es mit unseren Emotionen und Gedanken. Wir befinden uns zu häufig im Fluss und werden einfach mitgerissen. Bevor wir also überhaupt etwas verändern können, müssen wir als Erstes einen Weg aus dem Fluss herausfinden. Also denke an dieser Stelle einmal darüber nachob du deinen inneren Kritiker wirklich kennst? Wann wird er aktiv? Wie reagierst duwenn er aktiv wird? Er ist felsenfest mit deinem Selbsthass verbunden. Und solange du deSelbsthass wiederum mit Hass begegnest und nur einen weiteren Kampf gegen deinen bereits bestehenden inneren Kampf führst, kann sich nichts verändern.  

Wir brauchen also vor allem Bewusstsein, Verständnis und Akzeptanz. Beginne deinen inneren Kritiker zu beobachten. Verstehe, dass er ein eigenständiges Wesen ist und er in keinster Weise die Macht über dich besitzt, während du bewusste Entscheidungen triffst. Beginne damit ihn zu akzeptieren. Gebe jedoch nicht das Ruder aus der Hand. So kannst du dich von diesem Teil distanzieren und findest nach und nach deinen Weg aus der Strömung heraus, um irgendwann wirklich beobachten zu können. Ich würde mir für dich wünschen, dass du dir genau dessen bewusstwirst. Nur wenn du wirklich achtsam bist und deine Gedanken und Gefühle kennenlernst, kannst du wirklichen inneren Frieden finden.  

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei und schicke dir ganz viel Kraft. Schreibe mir wie immer gerne, wenn du Fragen hast, oder wenn du deine Gedanken mit mir teilen möchtest.  

Ich freue mich auf dich!