Ich habe bereits in meinem Podcast die ersten Folgen dazu genutzt, um dir klar zu machen, wieso du dich eigentlich im Kampf gegen dich selber befindest und dass keine Art der Limitierung eine gesunde Art ist. Weder Diäten, noch der extreme Fitnesswahn, der heute immer mehr vorgelebt wird, wird dich dahin führen, dass du glücklich und zufrieden bist. Vielleicht konnte ich dir in einem meiner vorherigen Artikel, in dem ich darüber gesprochen habe, dass der extreme Fitnesslifestyle eigentlich eine andere Art der Essstörung ist, ein bisschen näher bringen, dass nur Fitness eben nicht die Antwort auf die Frage ist, wie du Frieden mit deinem Körper schließen kannst.

Bin ich plötzlich gegen intuitives Essen?

Was ist also unser Ziel? Unser und dein Ziel ist es, wieder in Verbindung mit deinem Körper zu stehen und zu verstehen, wann er was braucht. Wenn du dorthin einmal zurück gelangst, dann gibt es nämlich dieses ganze Problem plötzlich gar nicht mehr. Wenn du wieder verstehst, was und wann dein Körper eigentlich etwas braucht, kannst du deine Figur also automatisch halten.

Ich weiß noch, als ich damals angefangen und versucht habe, intuitiv zu essen. Für mich war das früher eigentlich gar nicht möglich. Ich habe mich als Erstes wie verrückt belesen und dann irgendwie versucht auf meine körperlichen Signale zu hören. Wenn du mal nach „intuitive eating“ suchst, dann wirst du wieder neue „Regeln“ finden. Du wirst lesen, dass du nur essen darfst, wenn du wirklich körperlichen Hunger hast. Du sollst aufhören zu essen, wenn du wirklich satt bist usw.

Genau das habe ich damals versucht und dabei festgestellt, dass es nicht funktioniert hat. Das ist der Grund wieso ich auch auf Instagram immer wieder sage, dass es keinen Sinn macht, dir und euch jetzt die „Regeln“ einer intuitiven Ernährung zu nennen. Vielleicht kann es bei dir funktionieren. Probiere es gerne aus, aber ich bezweifle es. Leider. Für mich war es dann nämlich eigentlich einfach nur eine neue Art der Diät. Wieder gab es Regeln und wieder musste ich mich einschränken und limitieren. Das Ganze hat sich also überhaupt nicht leicht oder einfach angefühlt, sondern anstrengend. Das wiederum hatte zur Folge, dass ich wieder die ganze Zeit über Essen nachgedacht habe und eigentlich darauf gewartet habe, dass ich endlich körperliche Signale spüre. Also folglich, alles nicht so ganz sinnvoll.

Dann ist es mir klargeworden…

Eine Sache habe ich damals dann verstanden: Der Grund wieso ich in diesem Kampf gegen mich stand, hatte nicht nur eine körperliche Ursache, was bedeuten musste, dass ich meine Antwort vor allem auf der Seelenebene finden konnte. Das bedeutete, dass ich auch genau da ansetzen musste, wenn ich wirklich Frieden mit meinem Körper schließen wollte. Tief in uns verankert sitzt nämlich der Glaubenssatz „Ich bin nicht genug“. Und genau deswegen sage ich auch „Heile deinen Körper und deine Seele“. Wenn wir wieder Frieden mit unserem Körper schließen wollen, müssen wir auf beiden Ebenen arbeiten – körperlich und seelisch. Ansonsten gehen wir nur den halben Weg und das reicht nicht, um diese Herausforderungen hinter uns zu lassen.

Der Grund , wieso das ganze Thema überhaupt begonnen hatte, war nicht aus Glück und Zufriedenheit heraus, sondern im Gegenteil: es entstand aus Unzufriedenheit. Natürlich hast du dann versucht, diese Unzufriedenheit aufzulösen. Doch der bloße Bezug auf deinen Körper und die Ignoranz gegenüber deinem Seelenleben ist eben nur der halbe Weg.

Also lass uns doch mal gemeinsam überlegen. Glaubst du wirklich, dass die innere Leere, also die Grundlage der Unzufriedenheit, einfach so verschwinden kann, nur weil du plötzlich im Außen etwas veränderst? Du fühlst sicherlich schon wie paradox sich das anhört. Und trotzdem versuchen wir genau das und wundern uns, wieso wir nach halber Strecke nicht den Punkt erreichen, an dem wir zufrieden mit uns selbst sind.

Mein Karussell aus dem ich nicht aussteigen konnte

Leider muss ich immer wieder feststellen, wie alle diesen Kreislauf ewig und ewig weiter rennen ohne zu sehen, dass sie eigentlich in eine Sackgasse laufen. Das bedeutet also, dass du zwingend den Grund finden und bearbeiten musst, wieso du eigentlich so viel an Essen denkst.

Ich kann mich noch so gut an die Zeit erinnern, bevor ich selbst den Weg komplett gegangen bin. Wie sehr Essen die ganze Zeit eine so wichtige und große Rolle für mich gespielt hat. Ich habe mich schon am Vorabend auf mein Frühstück und nach dem Frühstück auf mein Mittagessen und meinen Snack gefreut. Ich habe ständig an Essen gedacht. Ich habe mir selber das Essen verboten und wenn ich es wieder mal nicht ausgehalten habe, mich mit einem schlechten Gewissen oder mit strengeren Diäten und mehreren Sporteinheiten bestraft. Und ich weiß, dass es sooo vielen so geht und sie immer noch versuchen immer und immer wieder den gleichen Weg zu gehen.

Nicht nur ich sitze auf dem Schaukelpferd

Heute, wo ich gerne esse und das Essen genieße, aber ein ganz normales Verhältnis zum Essen habe und dann esse, wenn ich echten körperlichen Hunger habe und aufhöre wenn ich satt bin, sehe ich erst wie unnormal es ist, ständig an Essen zu denken. Auf Instagram sieht man lauter Sprüche wie „Meine Hobbies sind Essen und darüber nachdenken, was ich als nächstes essen werde“ oder „99% meiner Gedankengänge beginnen damit was ich als nächstes essen könnte.“ Und genau darauf können wir natürlich keine „Regeln“ der intuitiven Ernährung packen, da dadurch genau dieser Drang und diese Gelüste nicht verschwinden. Wichtig ist daher, dass du verstehst, dass du das nie schaffen wirst, solange du dich von dir selber abwendest und gegen dich selber kämpfst. Denn „Du“, das ist nicht nur dein Körper. Der Weg kann nur sein, dass du dich auf eine innere Reise begibst. Lerne dich selber kennen und finde vor allem dem Weg zurück zu dir. Ich möchte, dass du verstehst, dass du niemals innere Zufriedenheit finden kannst, wenn du versuchst im Außen etwas zu erlangen.

Es ist eigentlich bei allen Arten der Befriedigung im Außen gleich.

Es ist eine temporäre Zufriedenheit, die wieder verschwinden wird. Die Lösung ist also wieder an den Kern zu gehen. Herauszufinden wer du bist.

Was du wirklich liebst.

Was du für Träume und Ziele hast.

Dein Leben drum herum aufzuräumen.

Solange du das nicht tust, wirst du immer wieder an den Punkt kommen, an dem du versuchst im Außen Glück zu finden. Und nur wenn du dich wirklich wieder deiner Seele zuwendest und wieder auf allen Ebenen in die wirkliche Selbstfürsorge gehst, wirst du deine Seele heilen können. Erst DANN kannst du auf der körperlichen Ebene auch wieder in Kontakt mit deinem Körper kommen. Wieder darauf hören, wann er echten Hunger hat und wann er satt ist. Dann erkennst du, was dein Körper wirklich braucht und was lediglich ein Schrei deiner Seele nach Befriedigung ist.

Ich freue mich auf dich am Ausgang des Karussells.